Am 17. August 2025 versammelten sich Abordnungen verschiedener Traditionseinheiten und -verbände sowie Freunde der echten Traditionspflege im Park von Schloss Laxenburg um des Geburtstags des Seligen Kaiser Karl I. zu gedenken. So war es nicht verwunderlich, dass sich die Organisatoren auch über Kaiserwetter freuen durften.
Der Nachmittag begann mit dem Einmarsch der zahlreich aus ganz Österreich angereisten Traditionsverbände und der Meldung an den Prokurator des St. Georgs-Orden, Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele, der an diesem Tag SKKH Karl von Habsburg, Großmeister des Ordens, vertrat. Es folgten eindrucksvolle Exerziervorführungen in der Tradition der Österreichischen k. u. k. Cavallerie, die das Publikum begeisterten. Danach begrüßte der Initiator und für die Organisation Hauptverantwortliche, Oberst iTR Michael Islinger, die Festgäste.
In seiner Ansprache überbrachte Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele zunächst die herzlichen Grüße von Erzherzog Karl, ging dann auf die Bedeutung von dessen Großvater, Kaiser Karl, ein und setzte sein Vermächtnis in Relation zur aktuellen europa- und weltpolitischen Situation: „Er wusste, dass dauerhafter Frieden nur erreicht werden kann, wenn man den Gegner nicht zu sehr erniedrigt. Ihm war klar, dass man in Europa nach diesem schrecklichen Krieg wieder würde auf Augenhöhe zusammenleben müssen und dafür ein Frieden ohne Gedemütigte die Voraussetzung war. Die weiteren Entwicklungen nach dem 1. Weltkrieg sollten rasch zeigen, wie recht er hatte. Doch leider scheint die Politik bis heute nur sehr wenig aus der Geschichte und von Kaiser Karl gelernt zu haben. Gerade erst wurde beim sogenannten „Alaska-Gipfel“ Frieden verhandelt, ohne dass der Angegriffene, das Opfer, am Tisch saß. Man beugt und verbeugt sich vor Aggressoren und Kriegsverbrechern, relativiert oder ignoriert damit, dass Völkerrecht und Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Und Europa? Europa sitzt am Katzentisch, ist nicht mehr als ein Zaungast. Ist in wichtigen Fragen nach wie vor uneinig, weil viele Politiker offensichtlich mehr an sich selbst denken, als an ihre große Verantwortung.“
Und er fuhr fort: „Der Sohn des letzten Kaisers, Erzherzog Otto, hat immer betont, man müsse Geschichte als Startbahn in die Zukunft begreifen. Das setzt aber voraus, dass man sie kennt, versucht sie zu verstehen und die richtigen Lehren aus ihr zu ziehen. Dies gilt vor allem für alle, die sich der Traditionspflege verschrieben haben, insbesondere jene, die stolz den Rock des Kaisers tragen. Denn Traditionspflege ist auch Friedenspflege! In der Traditionspflege geht es darum, das Vergessen zu verhindern und Erinnerung zu leben. In Respekt, gleichzeitig aber auch immer kritisch hinterfragend. Das gilt im Großen, also welchen Idealen, aber auch welchen Interpretationen der Geschichte man folgt, wie im vermeintlich Kleinen, also beispielsweise in Bezug auf die Frage von wem man welche Auszeichnung, welchen Orden annimmt. Schließlich bedeutet Tradition zu leben und weiterzugeben für jede der heute hier versammelten Organisationen, aber auch für jeden Einzelnen, eine große Verantwortung – Verantwortung für unsere Identität.“
Im Anschluss nahm Pater Sebastian Hacker OSB, Kapitular des Schottenstifts, den Gedanken des Festredners „Traditionspflege ist auch Friedenspflege“ auf und man beging in diesem Sinne gemeinsam eine stimmungsvolle Feldandacht.
Es war ein Kaisergeburtstag fast wie zu Kaisers Zeiten, den jeder Anwesende genoss und von dort bleibende Eindrücke mitnehmen konnte.